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Erpresst!

Gegenwart.

Reichlich bunt betupftes Grün erstreckt sich, soweit das Auge reicht. Flache Hügel verschwimmen in der Ferne wie in einem seichten Morgennebel mit dem Horizont. Es ist so, wie es immer ist. Wie es schon immer war. Der hellblaue Himmel harmoniert mit dem Grün der Wiese, als wären sie die Geschmacksrichtungen süß und salzig. Die Farben der Blumen scheinen untereinander perfekt abgestimmt zu sein. Nichts beißt im Auge. Nichts stört das Antlitz dieses Ortes, der so schön und harmonisch wirkt, dass es schon fast wieder ekelhaft ist. Eine Sonne gibt es nicht. Es ist einfach hell. Mit dieser Helligkeit kommen Wärme und Geborgenheit in den Häschentollgrund, durch den kleine, süß-weiß-flauschige Kaninchen tollen und dabei ihre Freude mit Rufen, Pfeifen und munterem Geplapper zum Ausdruck bringen. Eine Gruppe in der Ferne springt Springseil, andere machen Rückwärtssaltos und wieder andere lassen sich das Grün schmecken. Es ist nicht irgendein Gras einer schnöden Wiese, das sie hinunterschlingen. Weit gefehlt. Es besteht fast ausschließlich aus: Vierblättrigem Klee.

 Plötzlich stoppt jedes Herumtollen. Nasen werden schnüffelnd in die Höhe gehalten, Schnurrhaare zucken. Etwas liegt schwer in der Luft wie der Gestank von Teer. Noch ehe sie es sehen, wittern sie, was es ist. Es riecht nach Ärger. Und dieser Ärger braut sich direkt vor ihren Augen zusammen.

Das kann nichts Gutes bedeuteten. Knirschl beobachtet mit zusammengekniffenen Augen, wie vor ihm der Himmel immer mehr zu flirren beginnt. Sich blitzschnell zu einer Person verdichtet, die sich sogleich, ohne die Hände zu benutzen, in den Schneidersitz begibt und dabei jeweils den einen nackten Fuß auf das jeweils andere Knie legt.

Der Eindringling sieht sich gelangweilt um. Bedenkt die um ihn herum sitzenden süß-weiß-flauschigen Kaninchen mit einem verächtlichen Blick. Deren übergroße, aufgestellten Schlappohren und die riesigen Augen, scheinen ihn kalt zu lassen. "Euer Anführer soll vortreten!". befiehlt er mit erstaunlich knabenhafter, geradezu femininer Stimme.

Knirschl muss sich beherrschen, nicht ob der Stimme in lautes Gelächter auszubrechen. Neugierig mustert er den Fremden, wie er in seinem gelben T-Shirt mit Aufdruck und einer Blauen Stoffhose dort, nur ein paar sprungweit vor ihm, im Schneidersitz hockt und eine Gelassenheit ausstrahlt, wie sie nur Mönche nach jahrzehntelanger Meditation haben.

"Nähähähä ...", hört er seinen guten Freund Benbar im Stakkato kichern, der das leise Prusten der Anderen deutlich übertönt.

"Sftarker Auftritt mit dem Sfneidersfitzf", unkt Knirschl den Fremden an. "Wer bisft du?"

 

... morgen mehr

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30.7.14 18:36
 
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